Friedrich-Gustav-Klemm-Gesellschaft
für Kulturgeschichte und Freilichtmuseen e. V.

Die Dorfwüstung Nennewitz


Die Dorfwüstung Nennewitz


Im Wermsdorfer Wald und um Oschatz treten spätmittelalterliche Wüstungen in relativ großer Zahl auf. Die schriftlich und archäologisch belegte Wüstung Nennewitz liegt im nordwestlichen Uferbereich des Kirchenteiches, der als Teil einer Teichkette im 16. Jahrhundert aufgestaut wurde.

Als im Jahr 1975 wegen Bauarbeiten am Kirchenteichdamm nicht gestaut wurde, ergab sich die Möglichkeit systematischer archäologischer Grabungen an der vermuteten hoch- und spätmittelalterlichen Dorfstelle vor und in der Schilfzone. Besonders Letztere gewährleistete gute Erhaltungsbedingungen archäologischer Befunde.

Die Befundaufnahme ergab eine reihenmäßige Anordnung der Gehöfte, zu denen jeweils ein Backofen 20-30 m entfernt gehörte. Auch Speicher, Zäune und ein gepflasterter Weg wurden festgestellt. Alle Gebäude waren durchweg in Fachwerk mit schwacher Fundamentierung ausgeführt.

Bisher ist von mindestens 7 Gehöften im ehemaligen Nennewitz auszugehen. Das namengebende slawische Vorgängerdorf mit der urkundlichen Erwähnung im Jahr 1081 befand sich - lokalisiert durch Lesefunde - einige hundert Meter südlich der festgestellten spätmittelalterlichen Wüstung, die erstmals 1459 erwähnt ist.

Auf Grund der archäologischen Funde im Einklang mit den urkundlichen Nennungen erscheint sicher, dass das Dorf Nennewitz als deutsche Gründung im ausgehenden 12. Jahrhundert entstand und in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts aufgegeben wurde.

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