HomeAktuellesFreilichtmuseumSommerlagerSchülerprojektVerein
Rundgang im Kulturlandschaftsmuseum Links
 

Im heutigen Wermsdorfer Wald entlang der im 16. Jahrhundert angelegten Teiche liegen zwei geschichtliche Befunde, die zeigen, wie im Laufe der Jahrtausende und Jahrhunderte Bewaldung und Entwaldung, Nutzungs- und Ruhephasen wechselten.
Der erste Komplex umfasst Hügel- und Flachgräber der Jungbronzezeit am Südufer des Doktorteiches. Die Hügelgräber im Mammbachschen Holz und wei­tere Funde bestätigen, dass von 1250 bis 750 v.Chr. bronzezeitliche Bauern das Land nutzten und der Wald weitgehend aufgesiedelt war. Mit den letzten Bestat­tungen am Doktorteich begann der Abzug der Menschen der Bronzezeit und die Wiederbewaldung des Landrückens zwischen Mulde und Elbe.
Der zweite Komplex betrifft das Mittelalter. Er gliedert sich in mehrere Perioden. Die erste Phase slawischer Besiedlung im 7./8. Jahrhundert ist in Mutzschen und am Göttwitzsee nachgewiesen und erreichte den Wald noch nicht. Im 9./10. Jahr­hundert, also deutlich vor der deutschen Eroberung, belegen Siedlungsreste eine landwirtschaftliche Nutzung und Auflichtung des Waldgebietes. Nach diesem ersten Eingriff durch Rodung unterlag der Wald in einer Phase der Wiederbewal­dung im 11. und 12. Jahrhundert einer intensiven Nutzung durch Pechsiederei und Köhlerei. An der Wende des 12. zum 13. Jahrhundert wurde der Wald end­gültig gerodet. Im Westteil des Kirchenteiches entstand das Zeilendorf Nennewitz, am Knick des späteren Dreiteiches die Burg des die Rodung leitenden niederen Adligen und dazwischen, auf dem Schlossberg, die Kirche. Im Gebiet des Wermsdorfer Waldes lagen damals acht Dörfer, die alle in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aufgegeben wurden.
Die Nutzung der wüsten Siedlung und insbesondere der aufgelassenen Burg und Kirche zur Beschaffung von Baumaterial, die Anlage der Fischteiche im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts und deren Ausbesserung über die Jahrhunderte hinweg sowie der Ausbau und die Pflege des Waldes als fürstliches Jagdrevier und Rohstoff­lieferant in der Neuzeit schlagen den Bogen zur Teich- und Waldwirtschaft der Gegenwart. Inmitten eines idyllischen Landschaftsschutzgebietes gelegen bietet das Freilandmuseum eine harmonische Ergänzung im Rahmen eines sanften Natur­tourismus. Die Gestaltung des Kulturlandschaftsmuseums richtet sich nach den natürlichen Gegebenheiten und nach den bestimmenden Objektgruppen. Die Aufstellung der notwendigen Elemente erfolgt sparsam und gestalterisch abgestimmt. Ein entwicklungsgeschichtlich bestimmter Rundgang mit Schülern bedarf der Führung und sollte beim Gräberfeld am Doktorteich beginnen. Die Mehrzahl der Besucher wird sich jedoch sicher vom Parkplatz aus zuerst der Wüstung Nennewitz bzw. der Kirche nähern.

Auszug aus: Rainer Aurig, Der Verein als Museumsträger, in: Geschichte im Wald, Schriften der Friedrich-Gustav-Klemm-Gesellschaft, Band 1, S.18, 20

 

Das Waldklassenzimmer am Parkplatz Kirchenteich

Die nach Süden und Osten hin offene große Schutz-hütte kann auch als "Waldklassenzimmer" genutzt werden. Sie befindet sich am südwestlichen Rande des Parkplatzes. Mit ihren massiven hölzernen Tischen und Bänken bietet sie Platz für mehr als 30 Personen. In der Hütte sind 5 Schautafeln ...

weitere Informationen



Die Dorfwüstung Nennewitz

Im Wermsdorfer Wald und um Oschatz treten spätmittelalterliche Wüstungen in relativ großer Zahl auf. Die schriftlich und archäologisch belegte Wüstung Nennewitz liegt im nordwestlichen Uferbereich des Kirchenteiches, der als Teil einer Teichkette im 16. Jahrhundert aufgestaut wurde. ...

weitere Informationen



Die romanische Dorfkirche mit Kirchhof

Die Kirche war das letzte feste Bauwerk, das im Zuge des hochmittelalterlichen Landesausbaus im Siedlungskomplex Nennewitz um 1220/30 errichtet und bis zum Verlassen der Siedlung in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts als Gotteshaus genutzt wurde. Erstmalige Erwähnung erfuhr sie 1533, Ende des ...

weitere Informationen



Die Burg und ihr Wirtschaftshof

Mit der Rodung des Waldes um 1200 wurde auch die Burg des bislang unbekannten lokalen Herrschafts-trägers erbaut. Wie das benachbarte Dorf Nennewitz und die Kirche wurde auch sie in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts verlassen und die Ruine wahrscheinlich spätestens ...

weitere Informationen



Das bronzezeitliche Gräberfeld

Hierbei handelt es sich um einen kleinen Bestattungsplatz der Lausitzer Kultur ...

weitere Informationen



 

 
Waldklassenzimmer
Dorfzeile Nennewitz
Dorfkirche
Burg
Gräberfeld
   
Zurück
Service
Service & Downloads
Seite als Startseite
Lesezeichen setzen